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Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)

Bild einer Zwergfledermaus

Allgemeines:

Die Zwergfledermaus gehört, wie es ihr Name bereits verrät, zu den kleinsten Fledermäusen in Deutschland. Sie erreichen maximale Längen von 4,5 cm bei einer Spannweite von 25 cm und einem Gewicht von lediglich 3,5 bis 7 Gramm. Im Flug haben sie daher eine ähnliche Größe wie ein Zaunkönig und wiegen nicht mehr als ein Stückchen Würfelzucker. Sie besitzen ein rotbraunes bis dunkelbraunes Fellkleid, das an dem Bauch wesentlich heller ist, von gelbbraun bis graubraun. Die Flügel sind von schwarzer Färbung. Ab April treffen sich die Weibchen in sogenannten Wochenstubenquartieren und gebären dort ab Mai ihre Jungtiere, wobei es häufig zu Zwillingsgeburten kommt. Eine frisch geborene Zwergfledermaus ist dabei lediglich so groß wie eine Biene. Bevor sich die Tiere dann zur Überwinterung in ihre Quartiere begeben, finden im September die Paarungsflüge statt. Das Weibchen speichert dann den Samen des Männchens über den kompletten Zeitraum der Winterruhe, bevor dann die eigentliche Tragzeit beginnt. In den Winterquartieren können durchaus Gruppen von mehreren tausend Tieren zusammen kommen.

Lebensraum:

Die Zwergfledermaus ist ein typischer Spaltenbewohner und bewohnt Scheunen, Speicher und Kirchtürme in teilweise sehr großen Gruppen, die aus den Weibchen und ihren Jungen bestehen. Die Männchen schlafen lieber einzeln. Dabei werden vor Allem Spalten hinter Holzverkleidungen und ähnlichen engen Orten bevorzugt. Auch den Winter verbringen die Tiere dann in ähnlichen Quartieren, wobei sie eine beachtliche Kältetoleranz aufweisen, und auch kurze Frostperioden überstehen können.

Nahrung:

Wie alle Fledermäuse ist auch die Zwergfledermaus ein Insektenfresser und jagt kleine Falter und Mücken. Dabei legen die Tiere bei ihrer nächtlichen Jagdaktivität Strecken von bis zu 5 Kilometer zurück. Ihre Jagdgebiete sind vor Allem Waldränder und Wiesengebiete. Sie jagen in einer Flughöhe von 3-5 Metern und sind an ihrer geringen Größe und ihrem unsteten Flugverhalten gut zu erkennen.

Vorkommen:

Die Zwergfledermaus ist in ganz Europa weitverbreitet und kommt auch in Deutschland flächendeckend vor. Ihre Populationen sind in manchen Gebieten sogar recht groß und teilwiese auch wieder im Steigen begriffen.

Gefährdung:

Zwar ist die Zwergfledermaus immer noch eine sehr häufige Art, allerdings ist ohne Schutzmaßnahmen der Erhalt der Art auf Dauer nicht zu gewährleisten. Dies liegt vor Allem an der Zerstörung der Winterquartiere und Wochenstuben der Tiere, zum Beispiel durch die Renovierung oder den Abriss von Altbauten. Aber auch die Installation von Windkraftanlagen und der generelle Rückgang von naturbelassenen Waldrändern und ähnlichen Jagdgebieten macht den Tieren sehr schwer zu schaffen.

Besonderheiten:

Die Zwergfledermäuse gehören mit ihrer Körpergröße nicht nur zu den kleinsten Fledermäusen, sondern gleichzeitig auch noch zu den kleinsten Säugetieren überhaupt. Im Spätsommer kann es passieren, dass größere Gruppen von Zwergfledermäusen in geöffnete Fenster einfliegen und dort den Tag schlafend in Gardinen verbringen. Während der Jagd geben diese Fledermäuse manchmal Töne von sich, die sogar wir Menschen vernehmen können. Eine Gruppe von 25 weiblichen Zwergfledermäusen samt ihren Jungen braucht zum Schlafen lediglich einen Platz, vergleichbar mit der Größe eines Telefonbuches.