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Chinesische Rotbauchunke (Bombina Orientalis)

Allgemeines:

Chinesische Rotbauchunken erreichen ein Länge zwischen 4 und 6 Zentimeter und werden damit etwas größer als unsere heimischen Unkenarten. Sie haben eine leuchtendgrüne Färbung, mit schwarzen Flecken. Die weiter nördlich lebenden russischen Unken können auch eine ins grau-braune spielende Farbe besitzen. Die Bauchseite ist tiefrot, bei manchen Exemplaren auch gelb-orange, mit einer schwarzen Marmorierung. Der Rücken der Tiere ist mit Warzen bedeckt, und dass in einem deutlich größeren Ausmaß als bei anderen Unken. Während der Paarungszeit, die von Mai bis Mitte August dauert, stoßen die Männchen aufgrund ihrer fehlenden Schallblase relativ leise Paarungsrufe aus. Bei der Gattung umklammert das Männchen das Weibchen von hinten mit seinen Vordergliedmaßen. Ein Weibchen produziert während des Ablaichens zwischen 38 und 257 Eiern. Nach etwa einer Woche schlüpfen dann die Unkenlarven aus den Eiern. Ihre Larvenzeit bis zur Metamorphose dauert dann noch einmal zwischen 2 und 3 Monaten, erst dann verlassen die Tiere das Wasser und gehen an Land.

Lebensraum:

Chinesische Rotbauunken sind tagaktiv und leben meist in der Nähe von verschiedenen stehenden oder langsam fließenden Gewässertypen, wie zum Beispiel Teichen, Bächen und Gräben. Dabei sind sie sehr wärmebedürftig und gehen im Spätsommer oft zu einer terrestrischen Lebensweise über und bewohnen dann bis zu ihrer Überwinterung in frostsicheren Unterschlupfen Mischwälder und ähnliche Habitate.

Nahrung:

Zur Nahrung der Rotbauchunken gehören verschiedenste Würmer und Gliedertiere, vor Allem Insekten und deren Larven. Dabei macht lebende Nahrung einen Anteil von über 80% an der Gesamtnahrung aus, vor Allem Raupen und Käfer. Obwohl Unken im Gegensatz zu Fröschen keine klebrige Schleuderzunge, sondern nur eine kleine und fest verankerte Zunge besitzen, sind sie dennoch erfolgreiche Jäger.

Vorkommen:

Das Verbreitungsgebiet der Rotbauchunke erstreckt sich von Sibirien, wo sie naturgemäß in nicht sehr großen Zahlen auftaucht, über Nord- und Ostchina bis hin nach Korea. Sie stellt dabei eine typische Tieflandart dar, und wird selten bis nie in Höhen über 500 Metern gefunden.

Gefährdung:

Über die chinesischen Rotbauchunken ist insgesamt nicht so viel bekannt wie über ihre europäischen Verwandten. Wahrscheinlich ist diese Art noch weit verbreitet und nicht in unmittelbarer Gefahr. Trotzdem muss, auch in Anbetracht der wachsenden Umweltzerstörung in Asien und vor allem des weltweiten Amphibiensterbens, auch die Bestandsentwicklung der Chinesischen Rotbauchunke genau verfolgt und beobachtet werden.

Besonderheiten:

1970 konnte aus der Haut der Rotbauchunken ein Hormon nachgewiesen werden, wie es ähnlich auch beim Menschen vorkommt, dass Bombesin. Es bewirkt ein Gefühl der Sättigung, wir aber vor Allem in der Nuklearmedizin bei der Entwicklung von Radiopharmaka genutzt. Rotbauchunken können wie alle Unken an glatten Glasscheiben hinaufwandern, deswegen sollten Aquarienbesitzer diese möglichst gut verschließen. Wenn die Tiere an Land gestört werden sollten, zeigen sie eine merkwürdige Verhaltensweise, den sogenannten „Unkenreflex“. Dabei biegen sie Kopf und Rumpfende nach oben und strecken Arme und Beine so aus, dass die bunte Unterseite zu sehen ist. In dieser Stellung können sie dann minutenlang verharren.