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Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea)

Bild eines Laubfrosches

Allgemeines:

Trotz seiner geringen Größe von durchschnittlich 4 cm und einem Gewicht von 5 g ist der Laubfrosch eines der bekanntesten Amphibien Deutschlands. Das Amphib des Jahres 2008 fällt nicht nur durch eine große Farbvarianz zwischen den einzelnen Individuen auf, sondern auch durch seine verhältnismäßig großen Knopfaugen, welche oftmals Rollen als Werbeträger sichern.

Die Geschlechter kann man am besten während der Paarungszeit auseinanderhalten. Die Männchen besitzen eine Schallblase an ihrer Kehle mit welcher sie Weibchen während der Paarungszeit anlocken. Diese ist bei Gebrauch so stark aufgebläht, dass noch ein weiterer Laubfrosch darin Platz finden würde.

Obwohl der Laubfrosch in Gefangenschaft über 20 Jahre alt werden kann, wird man in der Natur nur selten Exemplare finden, die älter als 5 Jahre sind.

Lebensraum:

Den Europäischen Laubfrosch lebt verteilt in ganz Europa, unter anderem auch in Deutschland. Selbst auf einer Höhe von bis zu 2600m kann es passieren, dass dieses Tier unseren Weg kreuzt. Sein natürlicher Lebensraum sind Feuchtwiesen sowie Feldgehölze, Au- und Nieder- wälder und vegetationsreiche Kleingewässer, die am besten hin und wieder austrocknen. Das hängt auch damit zusammen, dass unter diesen Bedingungen weniger Fische zu finden sind, denn diese fressen vorallem den Froschlaich.

Gefährdung/Ursachen:

Was dem Laubfrosch zu schaffen macht, lässt sich wie bei vielen Tierarten einfach auf den Punkt bringen – der Mensch. Für die Erschließung neuer Wohnflächen und den Straßenbau, werden natürliche Lebensräume des Laubfrosches entweder von einander getrennt oder komplett zerstört. Vorallem durch die damit verbundene Trockenlegung von Feuchtgebieten werden potenzielle Laichgewässer unbrauchbar gemacht. Das ist aber bei weitem noch nicht das einzige Problem mit dem der Laubfrosch zu kämpfen hat. Durch die Rodung von Hecken und den Pestizideinsatz in der Landwirtschaft nimmt die Bedrohung noch weiter zu. Sollte er das erste Jahr tatsächlich einmal überleben, so versucht er wieder in das Gewässer zurückzukehren in welchem er geschlüpft ist. Das überqueren von Straßen, das für diese Wanderung nuneinmal notwendig ist, beendet häufig ihre Reise.

Vorkommen regional:

Obwohl in Deutschland die Gesamtzahl der Laubfrösche von Jahr zu Jahr sinkt, sind im Kreis Gießen und der näheren Umgebung noch einige Laubfroschverbände zu finden. Beispielsweise in Lich, Hungen und dem Vogelsbergkreis finden wir nicht zuletzt wegen den engagierten Amphibienschutzgruppen, wie den „Schlammspringern“, noch einige Laubfrösche.

Kurioses:

Kaum zu glauben: Mit seinem Kehlsack erzeugt dieses kleine Tier bis zu 80dB, das entspricht der Lautstärke eines fahrenden Autos. Damit lockt man Weibchen in über 2 km Entfernung an. Somit ist der Schall ganze 6 Sekunden unterwegs bevor er sein Ziel erreicht.

Feuchte Haftscheiben an den Füßen ermöglichen es dem Laubfrosch Gräser und Sträucher zu erklettern. Selbst auf der unebenen Fläche von Bäumen verleiert er nicht den Halt. Daher hat er auch den lateinischen Beinamen arborea (lat.: Baum).

Das der Laubfrosch das Wetter vorhersagen kann, ist ein Irrglaube. Wird er in ein Glas mit einer Leiter gesperrt, so bewegt er sich aufgrund des Sauerstoffmangels allmählich nach oben. Diese Fehleinschätzung hat bereits so einigen Fröschen das Leben gekostet.

Übrigens nehmen nicht alle Individuen aktiv an der Partnerwerbung Teil. Da die Paarungsrufe sehr kräftezehrend sind, warten manche Männchen in der Nähe eines anderen einfach bis ein Weibchen kommt.

Andere Länder, andere Sitten: In Australien muss eine, dem europäischen Laubfrosch nah verwandte Art, den Menschen aus einem ganz anderen Grund fürchten. Wenn Aborigines Durst haben und ihnen ein Laubfrosch über den Weg läuft, wird dieser einfach ausgepresst. Prost!