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Nördlicher Kammmolch (Triturus cristatus)

Bild eines Kammmolchs

Allgemeines:

Männliche Kammmolche werden maximal 18 cm lang, Weibchen erreichen eine Länge von bis zu 20 cm. Die Fortpflanzung der Tiere findet im April und Mai in den Laichgewässern der Tiere statt (Winterquartiere an Land), bei dieser legen die Weibchen 200-350 Eier einzeln in gefaltete Blätter. Nach ca. 5-30 Tagen (abhängig von Wassertemperatur und ph-Wert) treten sie in ein ca. 4 Monate andauerndes Larvenstadium ein. Nach einer Metamorphose wandelt sich die Larve zum Jungtier, das sich nach 2-3 Jahren zum adulten, geschlechtsreifen Tier entwickelt. Sie können sich, müssen aber nicht auch schon früher an den Wanderungen beteiligen.

Lebensraum:

Der Kammmolch bevorzugt besonnte und nicht zu flache dauerhafte Kleingewässer mit niedrigen Fischpopulationen wie Teiche oder Weiher. Die bewohnten Gewässer zeichnen sich durch eine reiche Unterwasservegetation aus. Da diese Gewässer auch von anderen Lurchen genutzt werden zeichnen sie sich durch eine besonders artenreiche Amphibiengesellschaft aus.

Nahrung:

Erwachsene Kammmolche fressen Regenwürmer, Nacktschnecken, Insekten und deren Larven. Die Molchlarven ernähren sich ebenfalls von tierischer Nahrung, dazu gehören Kleinkrebse, wie Wasserflöhe-, und Insektenlarven.

Vorkommen (regional):

Der Kammmolch hat einen Verbreitungsraum von Westfrankreich mit den britischen Inseln über Mitteleuropa und Südskandinavien bis hin nach Westrussland. In Deutschland kommt er nahezu flächendeckend, aber nur in sehr kleinen Populationen vor. Der Kammmolch ist in Mittelhessen vor allem durch seine Population im Herrenwald bekannt, die den Weiterbau der A49 blockierte. In Gießen direkt gibt es eine Kammmolchpopulation im Bergwerkswald.

Gefährdung:

Die größte Gefährdung für den Kammmolch besteht in der Zerstörung und Beeinträchtigung ihres Lebensraums, bzw. der von ihnen bewohnten Kleingewässer in der Kulturlandschaft durch Zuschüttung oder Eintrag von Müll und Umweltgiften. Ebenfalls problematisch ist der Einsatz von Fischen in Gewässern, wo diese normalerweise nicht vorkommen, da diese den Laich und die Larven von Kammmolchen und anderen Lurchen fressen. Ein weiteres Problem stellen Baumaßnahmen in der Umgebung dar, wodurch die Habitate zerstückelt werden und Sommer- bzw. Überwinterungshabitate zerstört werden. Straßen stellen vor allem auch bei den Wanderungen vom Winterquartier zum Laichgewässer eine totbringende Gefahr in Form von Autos dar.

Schutz:

Um die Kammmolchpopulationen zu schützen, sollte man versuchen, eine weitere Verinselung der Habitate durch zum Beispiel neue Straßen zu verhindern. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Gewässer, in denen der Kammmolch lebt, möglichst nicht verändert und beeinträchtigt werden, sowie die Tiere bei ihren Wanderungen durch Zäune in Kombination mit einem Transport über die Straße vor einem möglichen Überfahren beschützt werden.

Besonderheiten:

Die Regenerationsfähigkeit der Kammmolche ist wie die anderer Molche nahezu unglaublich. So können die Tiere Gliedmaßen, den Schwanz, Teile von Kiefer oder Auge nachwachsen lassen, nach einer Schädigung kann sich sogar sein Herz vollends regenerieren. Geforscht wird natürlich nicht an den gefährdeten Kammmolchen, sondern an einem nahen Verwandten, dem grünlichen Wassermolch.

Ein weiterer interessanter Aspekt im Leben der Kammmolche ist das Balzritual. Dabei krümmen sich die Männchen so um die Weibchen herum, dass sie fast im Handstand stehen und fächeln diesen Lockstoffe zu. Geht das Weibchen auf die Werbung ein folgt sie dem Männchen und wird von diesem schließlich auf das von ihm abgelegte Spermapaket geschoben.