Startseite - Ausstellung - Grasfrosch

Grasfrosch (Rana temporaria)

Allgemeines:

Grasfrösche können bis zu 11 cm lang werden, ihre Durchschnittsgröße liegt aber meist zwischen 7 und 9 cm. Dabei sind die Weibchen im Duschschnitt etwas größer als die Männchen. Grasfrösche werden in der freien Wildbahn selten älter als 10 Jahre, da ihnen viele Gefahren drohen. In Gefangenschaft konnten aber auch schon Alter von 18 Jahren nachgewiesen werden. Ende März beginnt das Fortpflanzungsverhalten der Tiere. Dabei finden sich die Männchen zuerst in den Laichgebieten ein und stoßen für die Weibchen bestimmte Paarungsrufe aus. Beim Paarungsakt klammern sich die Männchen mit ihren Vordergliedmaßen an den Weibchen fest. Die Weichen legen dann große Laichklumpen ab, die zwischen 1500 und 2500 Eier enthalten können. Nach einigen Tagen schlüpfen die Kaulquappen aus den Eiern. Ihre Entwicklung bis zur Metamorphose und dem damit verbundenen Erwachsenendasein dauert dann noch einmal etwa 2-3 Monate. Nach dem Verlassen des Wassers dauert es noch etwa 2-3 Jahre bis zum Eintritt der Geschlechtsreife. Die Überwinterung der Tiere findet manchmal in großen Gruppen am Grund von Gewässern statt, meistens überwintern die Tiere aber in Erdlöchern oder ähnlichem. Es kann sogar vorkommen, dass Grasfrösche ihre Laichgebiete (Grasfrösche sind standortstreu und kehren immer wieder an dieselben Gewässer zurück) auch als Überwinterungsquartier nutzen.

Lebensraum:

Als Laichgewässer bevorzugt der Grasfrosch kleine, sonnenbeschienene Stillgewässer, wie Teiche und Tümpel, die im Sommer nicht komplett austrocknen dürfen. Als Landhabitate bewohnen die Tiere Moore, Grünanlagen, Ufergebiete sowie Wälder und Gebüsche, also möglichst strukturierte und abwechslungsreiche Umgebungen. Hinsichtlich des Klimas sind Grasfrösche sehr anpassungsfähig.

Nahrung:

Grasfrösche suchen ihre Nahrung bevorzugt nachts. Dabei erbeuten sie Insekten, wie Grashüpfer und Käfer, Asseln, Regenwürmer und Nacktschnecken. Aber auch der Grasfrosch selbst stellt für eine große Anzahl von Vogelarten, Fischen und anderen Wirbeltieren eine willkommene Bereicherung des Speiseplans dar.

Vorkommen:

Der Grasfrosch ist in Europa sehr weit verbreitet und findet sich von Frankreich bis ans Nordkap. Nur im südlichen Mittelmeerraum und zwischen Ungarn und dem Schwarzen Meer befinden sich größere Verbreitungslücken. In der Schweiz wurden Grasfrösche bis in eine Höhe von 2630 Metern gesichtet. Auch in Deutschland kommen diese Frösche (noch) weitestgehend flächendeckend vor, nur in besonders eintönigen Ackerlandschaften sucht man sie vergeblich.

Gefährdung:

Auch dem Grasfrosch macht vor Allem die Zerstörung seines Lebensraums und insbesondere seiner Laichgewässer zu schaffen, in einigen Gebieten der Bundesrepublik sind in den letzten Jahren starke Bestandsrückgänge zu beobachten. Deswegen ist diese einstmals so weitverbreitete Art auch auf der Roten Liste der bedrohten Arten auf die „Vorwarnliste“ gesetzt worden. Ein weiteres großes Problem stellen wie für viel andere Amphibien starker Verkehr zu seinen Laichzeiten dar, so dass jedes Jahr unzählige Grasfrösche leider überfahren werden.

Besonderheiten:

Aufgrund ihres Paarungsverhaltens sind die Vordergliedmaßen beim Männchen wesentlich stärker ausgeprägt als beim Weibchen, da sich die Männchen manchmal tagelang (!) am Rücken ihrer Partnerin festklammern müssen. Die Paarungsrufe der Männchen sind wesentlich leiser und kürzer als die anderer Frösche und Amphibien, da Grasfrösche durch ihre jährliche Rückkehr in ihre Laichgewässer wesentlich weniger Aufwand bei der Partnersuche betreiben müssen, als „nomadisch“ lebende Amphibien.