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Die Gelbbauchunke (Bombina variegata)

Bild einer Gelbbauchunke

Allgemeines:

Die Gelbbauchunke wird auch als Bergunke bezeichnet und wird, unabhängig vom Geschlecht, zwischen 3,5 und 5,6 cm groß. Sie ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und kann sich bis zu drei Kilometer von ihrem Gewässer entfernen. Aufgrund der fehlenden inneren Schallblase, können die Gelbbauchunken kaum ihre Kehle aufblähen. Daher sind ihre Rufe mit einer Frequenz von etwa 40 Mal pro Minute relativ leise und dumpf. Diese so genannten Paarungsrufe hört man in der Balzzeit zwischen Ende April und Mitte August. In der Laichzeit werden Ballen oder Klümpchen mit zwei bis 30 Eiern an unter Wasser stehende Pflanzenstängel geheftet. Pro Jahr produziert ein Weibchen 120 bis 170 Eier. Die Kaulquappen schlüpfen nach etwa drei Tagen. Die umgewandelten Jungunken sind 1,2 bis 1,6 cm groß und werden erst nach ein bis zwei Überwinterungen geschlechtsreif. Im Wasser gräbt sich die Gelbbauchunke in den Bodenschlamm ein.

Lebensraum:

Ursprünglich besiedelte die Gelbbauchunke Bach- und Flussauen. Heute findet man sie in kleinen, frisch entstandenen Gewässer. Zum Ablaichen eignen sich kleine, vegetationsarme, gut besonnte Tümpel mit Bodenschlamm wie Traktorspuren, Pfützen und Wassergräben. Die auf Truppenübungsplätzen durch Panzer entstandenen Pionierstandorte werden ebenfalls gerne bewohnt.

Nahrung:

Im Wasser stellen erwachsene Unken Insekten wie z.B. Mückenlarven nach, die sie unter Wasser oder an dessen Oberfläche erbeuten. An Land fressen sie sonst Insekten, Spinnen, Würmer und andere Wirbellose. Die Kaulquappen ernähren sich von Algen, meist wird der feine Algenbelag an Steinen abgeraspelt oder am Boden wachsende Algen gefressen.

Vorkommen (regional):

Wie der Name schon sagt, bewohnt die Bergunke das Berg- und Hügelland des mittleren und südlichen Europas. In Deutschland lebt die Gelbbauchunke in Mittelgebirgslagen und im Gebirge bis 1800 m. In Hessen findet man die Gelbbauchunke heute im Rhein-Main-Gebiet, südlich des Vogelsbergs, in Teilen des Sandstein- und Vorderen Odenwaldes sowie im Limburger Becken. Auch in Gießen und Umgebung ist die Art hauptsächlich an Panzerübungsplätzen noch anzutreffen.

Gefährdung:

Da in den letzten Jahrzehnten ihr Bestand stark zurück gegangen ist, wird die Gelbbauchunke heutzutage in der Roten Liste Hessens als stark gefährdet eingestuft. Die Hauptursache sind die Lebensraumverluste, die u.a. durch deren natürliche Veränderung, das Verfüllen von Tümpeln, das Ausbauen der unbefestigten Gehwege, die Trockenlegung von natürlichen Feuchtgebieten zustande kommen. Ferner werden durch Straßen, Landwirtschaft usw. Populationen räumlich getrennt, was die Zuwanderung und den genetischen Austausch einschränkt und somit die Überlebensfähigkeit isolierter Bestände gefährdet.

Schutz:

Um die Gelbbauchunke am Leben zu erhalten, sollten bestehende Kleingewässer durch das Entfernen der Pflanzen im und am Wasser regelmäßig gepflegt und neue geeignete Lebensräume angelegt werden. In Abbaugebieten entstehen neue Fortpflanzungsgewässer oft nebenbei. Dies kann man verstärken, indem mit wenig Aufwand Mulden und Tümpel geschaffen werden. Heute ist es notwendig für den Erhalt dieser Art in die Natur ein zu greifen, denn die natürlichen Lebensräume wurden durch den Menschen nahezu zerstört.

Besonderheiten:

In Gefahrsituationen an Land nimmt die Unke die sog. Kahnstellung ein. Dabei präsentiert sie die Ränder ihrer bunten Bauchseite und warnt vor ihrem für den Menschen ungefährlichen Hautgift, welches durch seine schleimhautreizende Wirkung dem Schutz vor Fressfeinden aber auch vor Bakterien dient.