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Feuersalamander (Salamandra salamandra)

Allgemeines:

Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist ein Amphibium und gehört zu der Ordnung der Schwanzlurche und zu der Familie der Echten Salamander. Es gibt 14 Unterarten, in Deutschland findet man zwei davon, die sich hinsichtlich der Färbung ihres Rückens unterscheiden. Feuersalamander können bis zu 23 Zentimeter lang werden und wiegen im Durchschnitt 40 Gramm. Ihr Körperbau ist kompakter und gedrungener als zum Beispiel der von Molchen. Die Färbung der Tiere ist ein tiefes Schwarz, das auf dem Rücken von auffälligen Mustern unterbrochen wird, deren Farbe von Gelb über Orange bis hin zu Rot variieren kann. Feuersalamander können sehr alt werden, man hat bereits von 50-jährigen Exemplaren gehört.

Lebensraum:

Der Feuersalamander ist in Europa weit verbreitet. In Deutschland findet man ihn vor allem im Süden und im Westen. Er bewohnt bewaldetes Hügel-und Bergland, das mit Bächen und kleinen Flüssen durchsetzt ist und ist nachtaktiv. Tagsüber verstecken sich die Salamander unter Steinen, im Laub oder unter Baumstümpfen.

Nahrung:

Die Hauptnahrungsquelle der Salamander stellen Wirbellose wie Asseln und vor Allem Nacktschnecken dar. Aber auch andere kleine Insektenarten sowie Regenwürmer werden von ihnen gerne erbeutet. Generell erbeuten Feuersalamander aber alles, was sie von der Größe her verschlingen können, also auch kleine Fische oder andere Amphibien, wie Molche.

Gefährdung:

Der Feuersalamander steht in Deutschland unter besonderem Schutz, wie alle Amphibien, und gilt als potenziell gefährdete Art. Zwar gibt es keine speziell gegen Feuersalamander gerichteten mutwilligen Verfolgungen, allerdings leidet sie wie viele andere Arten auch unter der Zerstörung ihrer Lebensräume und Zerschneidung ihrer Verbreitungsgebiete durch zum Beispiel Straßen. Den wichtigsten Beitrag zum Schutz des Feuersalamanders stellt die Erhaltung seines natürlichen Lebensraums dar. Dazu gehört die Renaturierung verbauter Quellläufe, aber auch die Umwandlung von reinen Nadelwäldern zu Laubmischwäldern. Sinnvoll ist auch das Anlegen von Amphibienunterführungen unter Straßen, um den Tieren eine ungefährdete (Unter)-Querung solcher potentiell tödlichen Gefahrenstellen zu ermöglichen.

Besonderes:

Interessanterweise bietet uns der Feuersalamander momentan die Möglichkeit, die Entstehung neuer Arten direkt vor der Haustür nachverfolgen zu können. In einem Waldstück bei Bonn, dem Kottenforst, spaltet sich die Feuersalamanderpopulation in zwei genetisch unterschiedliche Teilpopulationen auf, die sich durch ihr Laichverhalten und auch durch die Entwicklungsgeschwindigkeit ihrer Larven unterscheiden. So laicht der eine Teil der Salamanderweibchen seine Jungtiere in Tümpel und Teiche ab, während der andere Teil Bäche und Flüsschen bevorzugt. Die Larven in den Teichen entwickeln sich dabei schneller und bleiben kleiner, was zum Beispiel daran liegen könnte, dass diese Teiche im Sommer austrockenen könnten, und somit ein zeitlicher Druck für die Larven entsteht. Dies ermöglicht uns einen interessanten Einblick in grundlegende Mechanismen der Evolution. Im Mittelalter nahm man an, dass der Feuersalamander immun gegen Feuer sei und dass seine giftigen Hautsekrete sogar imstande seien, Feuer zu löschen, weswegen man zur Brandbekämpfung arme Salamander in Feuer warf. Mittlerweile hat der Feuersalamander aber ein durchaus positives Image erhalten, Beleg dafür wäre zum Beispiel das Maskottchen der Schuhfirma „Salamander-Schuhe“, der Feuersalamander „Lurchi“.

Literatur:

Der Feuersalamander von Burkhard Thiesmeier

Feuersalamander und Alpensalamander von Günther E. Freytag