Startseite - Ausstellung - Bergmolch

Bergmolch (Triturus alpestris)

Beschreibung:

Die männlichen Bergmolche können bis zu 9 cm lang und weibliche Bergmolche bis zu 12 cm lang werden. Sie haben eine Land- und eine Wassertracht. (Bilder zur Land- und Wassertracht). Die Laichzeit fängt im Frühjahr an und endet im Mai. Die Weibchen können bis zu 250 Eier in einer Saison produzieren. Die Eier werden einzeln an Wasserpflanzen angeheftet. Die Embryonalentwicklung dauert je nach Wassertemperatur zwei bis vier Wochen.

Die Larven ernähren sich in den ersten Monaten von Pflanzen (Kleinstalgen). Danach wird die Ernährung auf tierische Beute umgestellt und die bevorzugten Nahrungsquellen sind Wasserflöhe, Wasserasseln und Bachflohkrebse. Es gibt auch kannibalische Bergmolche, die sich an ihren Artgenossen satt fressen. Die Larven leben zum Schutz nahe am Gewässergrund, was man als nektische Lebensweise bezeichnet. Auch bei dieser Art ist die Neotenie kein seltener Vorfall, die eintritt, wenn Larvenmerkmale trotz des Erreichens der Geschlechtsreife noch vorhanden sind.

Lebensraum:

Der Bergmolch fühlt sich in gewässerreichen Wäldern in hügeligen bis bergigen Landschaften wohl. Aber auch dichte Laubwälder, parkähnliches Gelände und naturnahe Gärten werden bevorzugt. Der Bergmolch ist ein nachtaktives Landtier und geht auf die Jagd nach Käfern, Regenwürmern und anderem Kleingetier. Nach der überstandenen Winterstarre Anfang Februar bis Mitte März begeben sich die Bergmolche zu den Gewässern in ihrer Nähe und suchen dabei meistens Waldtümpel, Waldseen, Wildsuhlen oder Löschteiche auf. Diese können auch schattig, kühl und vegetationslos sein.

Gefährdung und Ursachen:

Die meisten Bergmolchbestände leiden unter der Zerstörung oder Beeinträchtigung von Kleingewässern durch Zuschüttung oder Eintrag von Müll, Dünger und anderen Umweltgiften.

Bei den jährlichen Wanderungen werden viele Bergmolche in dicht besiedelten Gebieten zu den Laichzeiten leider Opfer des Straßenverkehrs.

Es werden leider auch häufig Fische in Kleingewässern ausgesetzt, die dort natürlicherweise nicht vorkommen würden, was wiederum zum Rückgang von Lurchpopulationen führen kann, da die Larven von den meisten Fischen gefressen werden.

Im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) gilt der Bergmolch als eine besonders geschützte Tierart. In der Roten Liste der Bundesrepublik Deutschland wird sie allgemein als „nicht gefährdet“ eingestuft, aber der Rückgang in den verschiedenen Bundesländern ist sehr unterschiedlich und teilweise als bedenklich zu benennen.

Vorkommen regional:

In Gießen kommen die Bergmolche sehr häufig vor, in der Sommerzeit leben sie eher fernab von Gewässern und sind in trockenen Landabschnitten häufiger anzutreffen. Nur zu den Laichzeiten werden die Gewässer aufgesucht, für Paarung und das Ablegen der Eier in die Gewässer.

Schutzmaßnahmen:

In Gießen werden an den Straßen Sperrungen eingerichtet auf der Grundlage des § 38 des Hessischen Naturschutzgesetzes wie z.B. am Lichtenauer Weg, der Udersbergstraße, die Sandschneise und am Feldweg "Am Trieb".

Neben den Straßensperren werden zu den Wanderungszeiten der Amphibien an der Wetzlarer Straße bei Gießen-Kleinlinden Amphibienschutzzäune eingerichtet von der "AG Biotopschutz: Die Schlammspringer".

Feste Leiteinrichtungen wurden an der Pistorstraße und an der Europastraße aufgebaut.

Literatur: